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Vorsicht Außensteuergesetz!

Ihre Auslandsbeteiligungen können zur Steuerfalle werden

Im Zuge der Glob­al­isierung hal­ten im­mer mehr deutsche Fir­men und Pri­vat­per­so­n­en Beteili­gun­gen an aus­ländischen Ge­sellschaften. So sollen aus­ländische Märkte er­schlossen oder Einkaufsvorteile generi­ert wer­den. Oft han­delt es sich um Kap­i­tal­in­vesti­tio­nen in auf­strebende Märkte. Aus­lands­beteili­gun­gen wer­den auch gern genutzt, um le­gale oder il­le­gale Steuer­vorteile zu erzielen. Die Fi­nanzver­wal­tung hält mit di­versen Waf­fen dage­gen, eine der schärf­sten Waf­fen ist die Hinzurech­nungsbes­teuerung des Außen­s­teuerge­setzes. All­ge­mein bekan­nt ist, dass mit Beteili­gun­gen an aus­ländischen Brie­fkas­ten­fir­men, zum Beispiel in Pa­na­ma oder auf den Cay­man Is­lands, eine le­gale Steuervermei­dung nicht möglich ist. Weniger bekan­nt ist, dass auch „nor­male“ Beteili­gun­gen an aus­ländischen Kap­i­talge­sellschaften un­ter die Hinzurech­nungsbes­teuerung fall­en kön­nen und dann empfind­liche Steuer­fol­gen aus­lösen. Aus­lands­beteili­gun­gen von min­destens 10 % müssen beim Fi­nan­zamt angezeigt wer­den. Dies wird oft nicht beachtet. Grund­sät­zlich hat eine Kap­i­talge­sellschaft, z. B. eine GmbH, Ab­schirmwirkung ge­genüber den Ge­sellschaftern, das be­deutet, dass die Ge­sellschafter un­ab­hängig von der Ge­sellschaft bes­teuert wer­den. Die Ab­schirmwirkung wird durch §§ 7 ff. AStG durch­brochen, wenn fol­gende Vo­raus­set­zun­gen vor­lie­gen: 1. Deutsche (Steuerin­län­der) sind zu mehr als 50 % an der aus­ländischen Kap­i­talge­sellschaft beteiligt. 2. Es han­delt sich um pas­sive Einkünfte nach § 8 AStG, z. B. Zins- oder Mi­eteinkünfte. Die Hinzurech­nungsbes­teuerung trifft aber auch Han­dels- und Di­en­stleis­tung­sun­terneh­men, wenn ein in­ländisch­er Ge­sellschafter bei Han­del oder Di­en­stleis­tun­gen mitwirkt. 3. Die Bes­teuerung der Ge­sellschaft im Aus­land liegt un­ter 25 %. Wenn eine Ge­sellschaft ihren Sitz in der EU bzw. im EWR hat und der Nach­weis gel­ingt, dass die Ge­sellschaft in die­sem Staat ein­er tat­säch­lichen wirtschaftlichen Tätigkeit nachge­ht, tritt die Hinzurech­nungsbes­teuerung nicht ein.
Beispiel: An der A+M Con­sult­ing Inc. mit Sitz in Delaware, USA, ist Herr Mei­er (Wohn­sitz: Es­sen) mit 52 % beteiligt. Die A+M Con­sult­ing Inc. zahlt lediglich 15 % amerikanische Er­trag­s­teuern. Herr Mei­er er­bringt Be­r­a­tungsleis­tun­gen an die A+M Con­sult­ing Inc. In die­sem Fall wird der Gewinn der A+M Con­sult­ing Inc. nicht nur in den USA ver­s­teuert, son­dern un­ter­liegt auch bei Her­rn Mei­er der deutschen per­sön­lichen Einkom­men­s­teuer, weil die Vo­raus­set­zun­gen der §§ 7 ff. AStG er­füllt sind. Herr Mei­er zahlt auf den Gewinn Einkom­men­s­teuer, ob­wohl der Gewinn nicht an ihn aus­geschüt­tet wurde. Zusät­zlich fällt bei späteren Gewin­nausschüt­tun­gen und Veräußerungs­gewin­nen noch ein­mal Einkom­men­s­teuer an. Wenn die Hinzurech­nungsbes­teuerung vom Steuerpflichti­gen nicht erkan­nt wird und die Einkünfte somit nicht in Deutsch­land erk­lärt wer­den, ist für das Fi­nan­zamt der Tatbe­s­tand der Steuer­hin­terzie­hung er­füllt. Es dro­hen ho­he Einkom­men­s­teuer­nachzah­lun­gen, Zinsen, Strafen und Ver­fahren­skosten. Bei jed­er Pla­nung ein­er Aus­lands­in­vesti­tion müssen da­her die Steuer­fall­en des Außen­s­teuerge­setzes mit geprüft und ver­mie­den wer­den. Beste­hende Beteili­gun­gen soll­ten in regelmäßi­gen Ab­stän­den von einem Steuer­ex­perten auf eine mögliche Hinzurech­nungsbes­teuerung geprüft wer­den, denn Steuerge­setze än­dern sich und Un­terneh­men en­twick­eln sich fort. Ziel muss sein, die Struk­tur Ihr­er Beteili­gung so aufzubauen oder zu än­dern, dass eine Hinzurech­nungsbes­teuerung nicht ein­tritt. Lässt sich eine Hinzurech­nungsbes­teuerung für die Ver­gan­gen­heit nicht mehr ab­wen­den, kön­nen zu­min­d­est die Steuer­fol­gen min­imiert wer­den.

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Wolfgang Dittrich GmbH Steuerberatungsgesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Haferlandweg 16 · 48155 Münster
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Ausgabe 09/2016



WEITERE INHALTE

Autor Wolfgang Dittrich ist Geschäftsführer der Wolfgang Dittrich GmbH (Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft) in Münster und beantwortet Fragen gerne unter wolfgang.dittrich@muenster-stb.de.
Autor Wolfgang Dittrich ist Geschäftsführer der Wolfgang Dittrich GmbH (Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft) in Münster und beantwortet Fragen gerne unter wolfgang.dittrich@muenster-stb.de.