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Management

Nichts für die lange Bank

Es ist schon viel geschrieben worden zum Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) – und das ist richtig. Denn dieses Thema wird kein Unternehmen einfach an sich vorbeiziehen lassen können.

Dabei ist das BGM an sich schon ein rel­a­tiv „al­ter Hase“: Ge­gen Ende des 19. Jahrhun­derts schon haben sich Un­terneh­men mit den klas­sischen The­men der „Beruf­skrankheit­en“ beschäftigt sowie der Frage, wie sich Ar­beit­sun­fälle bzw. Ge­fahren­potenziale vermei­den lassen. Getrieben wurde das The­ma sein­erzeit über die Ein­fluss­möglichkeit­en der Berufsgenossen­schaften auf die Un­terneh­men. Durch das The­ma des de­mo­gra­fischen Wan­dels, der bere­its be­gon­nen hat, wird das The­ma um das Be­trie­bliche Ge­sund­heits­ma­n­age­ment weit­er vo­rangetrieben, nur: Heute ge­hen die Ziele über die bloße Vor­sorge längst hi­naus. Das Ge­setz zur Stärkung der Ge­sund­heits­förderung und der Präven­tion (Präven­tions­ge­setz – PrävG) trat in sei­nen wesentlichen Teilen am 25. Juli 2015 in Kraft. Es stärkt die Grund­la­gen für eine stärkere Zusam­me­nar­beit der Sozialver­sicherungsträger, Län­der und Kom­mu­nen in den Bereichen Präven­tion und Ge­sund­heits­förderung – für alle Al­ters­grup­pen und in vielen Lebens­bereichen – mit dem Ziel, Krankheit­en zu vermei­den, bevor sie ent­ste­hen. So wer­den ganzheitliche und nach­haltige Vo­raus­set­zun­gen für eine dauer­hafte Ge­sund­heit am Ar­beit­s­platz angestrebt. Wichtig dabei ist, dass die Maß­nah­men sich nicht auf Einze­lak­tio­nen beschränken. BGM ist ein dauer­hafter Kreis­lauf aus Anal­yse, Pla­nung, Um­set­zung und Über­prü­fung. Aber Ach­tung: Es kann nur dann er­fol­greich im­ple­men­tiert wer­den, wenn auch die Un­terneh­mens­führung dafür bren­nt! Wie Führungskräfte denken und han­deln, nimmt au­to­ma­tisch Ein­fluss auf die Mi­tar­beit­er.

BGM für kleine und mittlere Un­terneh­men

Nicht jedes kleine und mittlere Un­terneh­men, das zwar gerne mehr für die Ge­sund­heit von Mi­tar­bei­t­erin­nen und Mi­tar­beit­ern tun mag, kann kosten­seitig auch ein be­trie­blich­es BGM auf­bauen. Da­her bi­eten sich Ko­op­er­a­tio­nen mit Krankenkassen an, um mit der Ge­sund­heits­förderung über­haupt erst ein­mal zu be­gin­nen. Denn diese ar­beit­en mit re­gio­nalen Un­terneh­men­sor­gan­i­sa­tio­nen (In­dus­trie- und Han­del­skam­mern oder/und Hand­w­erk­skam­mern) zusam­men und ver­fü­gen über das nötige Know-how bei der Im­ple­men­tierung und Durch­führung von Anal­y­sen, dem Auf­bau von BGM-Struk­turen, der fi­nanziellen Un­ter­stützung von Einzel­maß­nah­men in Sem­inaren und Train­ings sowie der Schaf­fung von zer­ti­fizierten Be­r­a­tungsange­boten für die Beschäftigten. In­teres­sante Sem­inare mit teils hochkaräti­gen Ex­perten und Ref­er­en­ten rund um das The­ma BGM bi­etet et­wa die IKK clas­sic in Verbin­dung mit den Hand­w­erk­skam­mern auf ihr­er In­ter­net­seite an. Der Vorteil hi­er ist, dass im An­sch­luss an die Ve­r­an­s­tal­tung die Chance zum per­sön­lichen Aus­tausch und für in­di­vi­du­elle Fra­gen genutzt wer­den kann.

Gründe für die Entschei­dung eines BGM

Die Barmer Er­satzkasse (BEK) hat gute Ar­gu­mente für ein Be­trie­blich­es Ge­sund­heits­ma­n­age­ment ge­fun­den und für beide Seit­en zusam­menge­fasst. Dem­nach beste­hen die

Vorteile für Ar­beit­ge­ber insbe­son­dere in fol­gen­den Punk­ten:

  • Langfristige Senkung des Kranken­s­tan­des
  • Höhere Pro­dukt- und Di­en­stleis­tungsqual­ität
  • Höhere In­no­va­tion und Krea­tiv­ität
  • Steigerung der Ar­beit­szufrie­den­heit und Ar­beit­spro­duk­tiv­ität
  • Mo­ti­va­tion der Mi­tar­beit­er zu einembesseren Be­trieb­sk­li­ma/verbesserteI­den­ti­fika­tion mit dem Un­terneh­men
  • Of­fene Kom­mu­nika­tion und stei­gende Ko­op­er­a­tions­bere­itschaft
  • Im­age­förderung für das Un­terneh­men nach in­nen und außen

Als Vorteile für Ar­beit­neh­mer wer­den hinge­gen fol­gende Punkte ge­nan­nt:

  • Ver­ringerte ge­sund­heitliche Be­las­tung und Besch­w­er­den
  • Gesteigertes psychisch­es und ph­y­sisch­es Wohl­befin­d­en
  • Besseres Be­trieb­sk­li­ma
  • Mehr Ar­beit­szufrie­den­heit und pos­i­ti­vere Ar­beit­sein­stel­lung
  • Gesün­deres Ver­hal­ten im Be­trieb
  • Gesün­deres Ver­hal­ten in der Freizeit

Welche Maß­nah­men sind sin­n­voll?

Die Ant­wort da­rauf muss das Un­terneh­men nicht alleine definieren – da un­ter­stützen Ex­perten, so­ge­nan­nte „Ge­sund­heits­ber­ater“. Diese sitzen in den Un­terneh­men, be­r­at­en im Prozess und zie­hen dann Ex­perten und Ex­pertin­nen von außen hinzu, die zum Beispiel Work­shops durch­führen. Die DAK-Ge­sund­heit ge­ht noch ei­nen Schritt weit­er und ver­lei­ht seit drei Jahren den Deutschen BGM-Förder­preis in Ko­op­er­a­tion mit der Kom­mu­nika­tion­sa­gen­tur MCC für be­son­ders ein­fall­s­reiche und nach­haltige Pro­jekte. „Flex­i­bel, mo­bil und dig­i­tal – die Ar­beitswelt ist einem starken Wan­del un­ter­wor­fen, der weit­er an­dauern wird“, weiß An­dreas Storm, Vor­s­tandsvor­sitzen­der der DAK-Ge­sund­heit. Darum setzen die Preisver­lei­her die­s­es Jahr das The­ma „BGM und die Her­aus­forderun­gen der mod­er­nen Ar­beitswelt“ in den Fokus. Preisverdächtig sind Fir­men, die krea­tive und nach­haltige Pro­jekte im BGM pla­nen, um die Her­aus­forderun­gen der Ar­beitswelt von heute zu meis­tern. Ge­sund­heits­förder­liche Maß­nah­men müssen in allen Lebens­bereichen eine Rolle spielen. Dies gilt für Ar­beit­s­platz eben­so wie für Ki­tas und Schulen, Ein­rich­tun­gen für Se­niorin­nen und Se­nioren oder die Kom­mu­nen. Mit dem 2016 einge­führten Präven­tions­ge­setz will die Pol­i­tik dafür sor­gen, dass die Kranken- und Pflegekassen ab 2016 mehr als eine halbe Mil­liarde Eu­ro für Präven­tionsleis­tun­gen insbe­son­dere in die­sen Leben­swel­ten bere­it­stellen. „Wir wollen die Präven­tion und Ge­sund­heits­förderung in den Leben­swel­ten der Bürg­erin­nen und Bürg­er stärken“, so Her­mann Gröhe, Bun­des­min­is­ter für Ge­sund­heit.

Chris­tine El­bel | re­dak­tion@re­vi­er-ma­n­ag­er.de

Ausgabe 07/2017