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Gehaltsextras

Wie Sie diese steueroptimiert nutzen können.

Arbeit­ge­ber möcht­en ihre Mi­tar­beit­er mo­tivieren. Sie wollen konkur­ren­zfähige Löhne zahlen, damit Sie Ihre besten Mi­tar­beit­er hal­ten kön­nen, oder sie wollen be­son­dere Leis­tun­gen ein­ma­lig be­son­ders vergüten. Das Problem ist die ho­he Be­las­tung mit Lohn­s­teuer und Sozial­ab­gaben. Wenn Sie einem Mi­tar­beit­er (Steuerk­lasse I, Brut­to­ge­halt 4.000 €) 100 € mehr zahlen, kostet es den Ar­beit­ge­ber 120 €, es kom­men aber nur 44 € beim Mi­tar­beit­er net­to an.

Die Op­ti­mierung von Ge­halt­sex­tras be­deutet, Lohnbe­s­tandteile zu nutzen,
  • die nicht als Ar­beit­s­lohn gel­ten
  • die steuer­be­fre­it sind
  • oder nur pauschal ver­s­teuert wer­den und sozialver­sicherungs­frei sind.

Nach­fol­gend stellen wir vi­er Bausteine beispiel­haft vor:


1. Warengutscheine im Rah­men der so­ge­nan­n­ten 44 €-Frei­grenze (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG)


Das Un­terneh­men gibt dem Ar­beit­neh­mer mo­natlich ei­nen Warengutschein über 44 €. Kosten für das Un­terneh­men: 44 € (plus Ver­wal­tungskosten) Net­tovorteil für den Ar­beit­neh­mer: 44 €

Vo­raus­set­zun­gen:

  • 44 € pro Mo­nat, pro Ar­beit­neh­mer wer­den nicht über­schrit­ten.
  • eine ar­beitsver­tragliche Grund­lage
  • Die Ba­rauszah­lung des Gutscheins darf nicht möglich sein.
  • Er­fas­sung der 44 € in der Lohnabrech­nung, al­ter­na­tiv: An­trag auf Aufzeich­nungser­leichterun­gen beim Fi­nan­zamt


Beispiele:

Autor Wolfgang Dittrich ist Geschäftsführer der Wolfgang Dittrich GmbH (Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft) in Münster und beantwortet Fragen gerne unter wolfgang.dittrich@muenster-stb.de.
Au­tor Wolf­gang Dit­trich ist Geschäfts­führ­er der Wolf­gang Dit­trich GmbH (Steuer­ber­a­tungs- und Wirtschaft­sprü­fungs­ge­sellschaft) in Mün­ster und beant­wortet Fra­gen gerne un­ter wolf­gang.dit­trich@­muen­ster-stb.de.

  • Tankgutschein/Tankkarte
    Nachteil: Die Kom­bi­na­tion mit Zuschüssen für Fahrten Woh­nung – Ar­beitsstätte ist nicht mehr möglich.
  • Gutscheine für On­line-Shops, z.B. Ama­zon-Gutschein. Der Sach­bezug gilt mit Hin­gabe des Gutscheins als zuge­flossen. Das be­deutet, der Ar­beit­neh­mer muss nicht je­den Mo­nat ge­nau 44 € aus­geben, son­dern kann die Gutscheine auch an­sam­meln.


Neben den 44 € pro Mo­nat kön­nen Sie aus be­son­derem An­lass zusät­zlich 60 € per Gutschein zahlen, al­so z.B. an­läss­lich Ge­burt­s­tag, Hochzeit, Ge­burt eines Kin­des und so weit­er. 100 Prozent Ihr­er Leis­tung kom­men beim Ar­beit­neh­mer an.

2. Über­las­sung von Com­put­ern, Tele­fon und an­derem (§ 3 Nr. 45 EStG)

Das Un­terneh­men schafft ein Smart­phone an und über­lässt es dem Ar­beit­neh­mer. Das Un­terneh­men trägt die An­schaf­fungskosten und die laufen­d­en Tele­fonge­bühren – bei­des ist steuer­frei. Der Um­fang der Pri­vat­nutzung spielt keine Rolle, die Steuer­be­frei­ung gilt auch bei ein­er Pri­vat­nutzung von 100 Prozent, auch wenn sich die Geräte in der Pri­vat­woh­nung des Ar­beit­neh­mers befin­d­en. Die Vorteile sind nicht nur steuer­frei, son­dern auch sozialver­sicherungs­frei, allerd­ings nur wenn sie zusät­zlich zum vere­in­barten Ar­beit­s­lohn gewährt wer­den.

Vo­raus­set­zun­gen:

  • Die Geräte wer­den nur an den Ar­beit­neh­mer ver­lie­hen und ge­hen nicht in sein Ei­gen­tum über.
  • ar­beitsver­tragliche Grund­lage
  • Es muss sich um Geräte han­deln, die auch im Be­trieb einge­set­zt wer­den.
  • Beispiele: PCs, Note­books, Tablets, Smart­phones/Tele­fone, Zube­hör (Mon­i­tor, Druck­er, Switch und so weit­er), laufende Kosten (IT-Be­treu­ung, Tele­fonge­bühren, In­ter­netkosten und so weit­er)

3. Barzuschüsse zur In­ter­net­nutzung (§ 40 Abs. 2 Satz 1 Num­mer 5 EStG)

Un­terneh­men kön­nen ihren Ar­beit­neh­mern mo­natlich ei­nen Zuschuss von bis zu 50 € zahlen. Der Zuschuss muss nur mit 25 Prozent pauschal ver­s­teuert wer­den und ist sozialver­sicherungs­frei.

Vo­raus­set­zung:
  • schriftliche Erk­lärung des Ar­beit­neh­mers,
    – dass er ei­nen In­ter­net­zu­gang hat

    – und ihm Kosten in Höhe des Zuschuss­es ent­ste­hen

4. Er­hol­ungs­bei­hil­fen (§ 40 Abs. 2 Satz 1 Num­mer 3 EStG)

Un­terneh­men kön­nen ihren Ar­beit­neh­mern jähr­lich Er­hol­ungs­bei­hil­fen zahlen, die nur mit 25 Prozent pauschal ver­s­teuert wer­den und sozialver­sicherungs­frei sind. Höch­st­be­träge: Ar­beit­neh­mer 156 €, Ehe­gatte 104 €,
pro Kind 52 €. Die Er­hol­ungs­bei­hil­fen müssen in zeitlichem Zusam­men­hang mit einem Ur­laub gewährt wer­den (drei Mo­nate vorher oder nach­her).

Faz­it: Mit einem einzel­nen Baustein alleine lässt sich nicht al­lzu viel be­we­gen, aber durch die Kom­bi­na­tion von Baustei­nen lassen sich sub­s­tanzielle Vorteile bei der Lohn­s­teuer und bei den Sozial­ab­gaben er­reichen. Neben den hi­er vorgestell­ten gibt es viele weitere in­teres­sante Bausteine zur Steuerop­ti­mierung von Ge­häl­tern. Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie mehr er­fahren wollen.

Ausgabe 01/2017