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Business

Die Antwort auf Demografie

Trocken- und Akustikbau stehen für Flexibilität und wirtschaftliche Effizienz.

Sie teilen Räume, hän­gen Deck­en ab und ver­le­gen Bö­den: Sie mon­tieren Un­terkon­struk­tio­nen und In­s­tal­la­tions­dop­pel­bö­den, bauen Dämm­stoffe für den Wärme-, Kälte-, Schall- und Brand­schutz ein, „verkof­fer­n“ Sanitärin­s­tal­la­tio­nen und Elek­trolei­tun­gen: „Heute ist der Trock­en- und Akustik­bau eine der wichtig­sten Bautech­niken über­haupt und als Sch­lüs­sel­gew­erk im mod­er­nen In­ne­naus­bau nicht mehr wegzu­denken“, ist Hel­mut Bra­mann überzeugt.
Der Geschäfts­führ­er beim Hauptver­band der Deutschen Bauin­dus­trie leit­et die Bun­des­fach­abteilung Aus­bau & Trock­en­bau. „Trock­en­bau hat das Bauen in Deutsch­land rev­o­lu­tioniert und hat eine ras­ante Er­fol­gs­geschichte hin­gelegt. Trock­en- und Leicht­bausys­teme kom­binieren Ges­tal­tungs­frei­heit mit um­fassen­der tech­nol­o­gisch­er Leis­tungs­fähigkeit, wirtschaftlich­er Ef­fizienz und Flex­i­bil­ität bei spar­samem Ma­te­rialein­satz“, be­tont Bra­mann.

Branche mit En­twick­lungspotenzial


Die be­son­deren Wach­s­tum­schan­cen der Branche sie­ht der Bau­funk­tionär in der Verbin­dung funk­tions- und kostenop­ti­mierten Pla­nens und Bauens mit in­di­vi­du­ellen An­sprüchen an Leben­squal­ität: „Trock­en­bau er­möglicht flex­i­ble Grun­drisse und bar­ri­ere­freies Bauen und ei­nen ho­hen Vor­fer­ti­gungs­grad. Alles Ei­gen­schaften, die in ein­er al­tern­den Ge­sellschaft an Be­deu­tung gewin­nen wer­den.“
Den be­trie­blichen Ge­sam­tum­satz bauaus­führen­der Un­terneh­men im Kern­bereich der Trock­en­baupro­dukt­palette siedelt der Ver­band in der Größenord­nung zwischen sechs und acht Mil­liar­den Eu­ro an. Im Fach­han­dels­bereich dürfte das Seg­ment Baustoffe/Bauele­mente/In­ne­naus­bau/Trock­en­bau in ein­er Um­satz­größenord­nung von vi­er bis sechs Mil­liar­den Eu­ro lie­gen. Hierun­ter fall­en neben dem gewer­blichen Be­darf auch die Ab­sätze im pri­vat­en Bereich. Die Branche ist durch Mit­be­wer­ber et­wa im Maler­hand­w­erk, aber auch Mau­r­er, Gips­er und Stuck­a­teure sch­wierig zu definieren, 23.000 Un­terneh­men mit 120.000 Beschäftigten wer­den angegeben.
Grund­sät­zlich analysiert Bra­mann das En­twick­lungspotenzial: Als In­dika­tor könne dabei der Ein­satz von Gip­s­plat­ten di­e­nen: „Während in Nor­dameri­ka rund zehn Qua­drat­me­ter pro Kopf ver­baut werde, sind es in Deutsch­land erst zweiein­halb Qua­drat­me­ter“, analysiert Bra­mann. Trotz guter Zukunft­saus­sicht­en bek­lagt er aber ein Im­ageproblem des Trock­en­baus als Branche. Dies werde auch da­durch deut­lich, dass der Trock­en­bau mo­men­tan im Ver­gleich zu an­deren Gew­erken bei der Preisen­twick­lung am sch­lecht­esten ab­sch­neide.

Ge­mein­same Lö­sun­gen ge­sucht


Auch Michael Knip­per, Haupt­geschäfts­führ­er des Hauptver­ban­des der Bauin­dus­trie, fordert mehr „Part­n­er­schaft am Bau“. „Der Bau muss stärk­er zusam­men­ste­hen. Wir dür­fen uns nicht atomisieren lassen“, for­mulierte er während der Jahres­ta­gung des Ver­ban­des. Ge­mein­same Lö­sun­gen mit den Ver­bands­part­n­ern im Baugewerbe erar­beit­en die bauin­dus­triellen Trock­en­bauer schon seit ger­aumer Zeit im „Ge­spräch­skreis Aus­bau“. Die „Ini­tia­tive Pro Trock­en­bau“ kann sich eine Verbesserung der über­greifen­d­en Branche­nar­beit vorstellen, die Bun­des­fach­abteilung Aus­bau und Trock­en­bau plant bere­its er­ste ge­mein­same Ve­r­an­s­tal­tun­gen und Ak­tio­nen mit dem Bun­desver­band in den Gew­erken Trock­en­bau und Aus­bau (BIG). Die Ver­bände einigten sich auf eine schrit­tweise An­näherung der Or­gan­i­sa­tio­nen. Als er­ste Meilen­steine gel­ten die ge­mein­same Or­gan­i­sa­tion des in­ter­na­tio­nalen „trock­en­bau fo­rum­s“ und die stärkere Aus­rich­tung der Messe „Farbe-Aus­bau & Fas­sade" hin zu ein­er Trock­en­baumesse.
Per­spek­tivisch soll eine struk­turelle Zusam­men­führung der Or­gan­i­sa­tio­nen vol­l­zo­gen wer­den. Vorstände und Geschäfts­führung der Ver­bände be­grüßten die­sen Durch­bruch, der der Trock­en­baubranche bessere ge­mein­same Möglichkeit­en der Po­si­tionierung bi­eten werde.
Eines der über­greifen­d­en The­men kön­nte der Fachkräfte­man­gel sein: Bere­its 2010 waren rund 42 Prozent aller Ba­u­fachkräfte 45 Jahre und äl­ter. Fast die Hälfte aller Ar­beit­s­plätze am Bau sei in den Krisen­jahren 1995 bis 2005 wegge­fall­en, bi­lanziert Michael Knip­per. Sei­ther kämpfe der Bau mit einem sch­lecht­en Im­age und es gelänge nicht mehr, genü­gend qual­i­fizierte Fachkräfte zu gewin­nen. Rein­hold Häken | re­dak­tion@re­vi­er-ma­n­ag­er.de

Ausgabe 06/2015