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Management

Den Stabwechsel rechtzeitig planen

Bei der Regelung der Unternehmensnachfolge handelt es sich um einen langwierigen und arbeitsintensiven Prozess, der möglichst früh in Gang gesetzt werden sollte.

Bild oben: Axel Deilmann ist Diplom-Betriebswirt und Inhaber der Deilmann Business Consulting in Essen. Das akkreditierte Beratungsunternehmen ist u.a. auf die Nachfolgeregelung in mittelständischen Betrieben spezialisiert und bietet zudem Fördermittelberatung, Krisenmanagement sowie Controlling an.
Sein ei­genes Leben­sw­erk in an­dere Hände zu geben ist für Un­terneh­mer kein leicht­es Un­ter­fan­gen. Aus die­sem Grund schieben Fir­men­in­hab­er die Pla­nung des Gen­er­a­tion­swech­sels oft­mals auf die lange Bank. Um die Hand­lungs­fähigkeit und let­z­tendlich auch den Fortbe­s­tand eines Un­terneh­mens sicherzustellen, ist es je­doch wichtig, die Nach­folge rechtzeitig zu regeln. Hi­er gilt der Grund­satz: Je früher, des­to bess­er. Sch­ließlich han­delt es sich um ei­nen langfristi­gen Prozess, bei dem viele Fak­toren berück­sichtigt wer­den müssen und sich zahl­reiche Hin­der­nisse auf­tun kön­nen. Da­her ist es sin­n­voll, sich zwischen dem 55. und 60. Leben­s­jahr Ge­danken darüber zu machen, wie es nach dem ei­ge­nen Ausschei­den aus dem Un­terneh­men weit­erge­ht. Eine ungek­lärte Nach­fol­geregelung kann so­gar schon in dies­er Zeit zu Proble­men führen: Nicht sel­ten kommt es vor, dass Banken langfristige Kredite ver­weigern, wenn nicht ab­se­h­bar ist, wer die Fir­ma nach dem Wech­sel in den Ruh­e­s­tand überneh­men wird. Ge­nau diese Frage bereit­et Un­terneh­mern die größten Sch­wierigkeit­en. Der Wun­sch, ei­nen Nach­fol­ger in der ei­ge­nen Fam­i­lie zu fin­d­en, er­füllt sich nicht im­mer, da nicht jed­er Ange­hörige geeignet oder gewillt ist, die Ve­r­ant­wor­tung zu überneh­men. In die­sem Fall hat der En­trepreneur aber noch an­dere Op­tio­nen: Ein oder mehrere Mi­tar­beit­er aus der ei­ge­nen Fir­ma, Fi­nanz­in­ve­s­toren, strate­gische In­ve­s­toren oder Wett­be­wer­ber kom­men als Käufer in­frage. Um ein Un­terneh­men er­fol­greich verkaufen zu kön­nen, muss zu­dem eine so­ge­nan­nte Due-Dili­gence-Prü­fung durchge­führt wer­den, die als Grund­lage für die Wert­er­mittlung di­ent. Bei dies­er Un­terneh­mens­be­w­er­tung han­delt es sich um ei­nen sehr kom­plex­en Prozess: Vom Per­so­n­al­we­sen über Einkauf, IT, Mar­ket­ing, Fi­nanz- und Rech­nungswe­sen, Forschung und En­twick­lung, Pro­duk­tion, Lager und Lo­gis­tik bis hin zur Ma­n­age­ment­struk­tur wer­den sämtliche Fach- und Funk­tions­bereiche analysiert. Der Käufer in­teressiert sich je­doch nicht nur für den Kauf­preis, son­dern auch für die Pro­dukte und Di­en­stleis­tun­gen sowie die Re­gio­nen, in de­nen das Un­terneh­men agiert. Be­son­ders wichtig ist, dass der Markt, in dem es sich be­wegt, zukunft­strächtig ist. Daneben stellen sich für den Käufer viele weitere Fra­gen: Wurde regelmäßig in den Be­trieb in­vestiert? Wie alt ist der Mi­tar­beiterbe­s­tand? Gibt es Re­strik­tio­nen und Au­fla­gen, die ich nach der Über­nahme er­füllen muss? Müssen Im­mo­bilien gekauft oder ge­pachtet wer­den? Muss ich mit Prü­fun­gen von Fi­nanzämtern, Sozialver­sicherungsträgern oder Berufsgenossen­schaften rech­nen? Laufen gerichtliche Au­sei­nan­derset­zun­gen mit Ar­beit­neh­mern, Kun­den und Lie­fer­an­ten? Die Liste der zu beant­wor­ten­den Fra­gen ist lang. Egal in welch­er Branche die Fir­ma agiert, auf eine ganzheitliche Be­trach­tung, bei der Stärken, Sch­wächen, Chan­cen und Risiken geprüft wer­den, kön­nen Un­terneh­men je­doch nicht verzicht­en. Bah­nt sich ein Verkauf an, müssen zu­dem noch zahl­reiche As­pekte wie der zeitliche Ablauf, Zah­lungs­mo­dal­itäten und in­di­vi­du­elle Vere­in­barun­gen gek­lärt wer­den. Aus die­sem Grund emp­fiehlt es sich, ein akkredi­tiertes Be­r­a­tung­sun­terneh­men hinzuzuzie­hen, das mithilfe sein­er Er­fahrungsw­erte und pro­fes­sioneller Check­lis­ten dafür sorgt, dass alle rel­e­van­ten Fak­toren berück­sichtigt wer­den. Dass der er­fol­greiche Un­terneh­mensverkauf am Ende wirk­lich gel­ingt, hängt aber let­ztlich vom Verkäufer ab: Der Un­terneh­mer muss dem Käufer ge­genüber stets of­fen sein und Chan­cen sowie Risiken ob­jek­tiv be­w­erten. So emo­tio­n­al das Los­lassen des Leben­sw­erkes auch ist, die an­ste­hen­den Entschei­dun­gen müssen so ra­tio­n­al wie möglich getrof­fen wer­den.

Ausgabe 04/2017



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Axel Deilmann ist Diplom-Betriebswirt und Inhaber der Deilmann Business Consulting in Essen. Das akkreditierte Beratungsunternehmen ist u.a. auf die Nachfolgeregelung in mittelständischen Betrieben spezialisiert und bietet zudem Fördermittelberatung, Krisenmanagement sowie Controlling an.
Axel Deilmann ist Diplom-Betriebswirt und Inhaber der Deilmann Business Consulting in Essen. Das akkreditierte Beratungsunternehmen ist u.a. auf die Nachfolgeregelung in mittelständischen Betrieben spezialisiert und bietet zudem Fördermittelberatung, Krisenmanagement sowie Controlling an.