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Business

Berufskleidung als Element der Corporate Identity

Mit ihrer Kleidung repräsentieren Mitarbeiter ihr Unternehmen. Arbeitskleidung muss jedoch vor allem branchenspezifisch angemessen und fachgerecht gepflegt sein.

In der Ar­beitswelt prägt die Berufs­bek­lei­dung der Mi­tar­beit­er die Außen­wahrneh­mung eines Un­terneh­mens und entschei­det in­sofern auch über Er­folg und Mis­ser­folg ein­er Kun­den­bezie­hung. Denn Kun­den und Geschäfts­part­n­er sch­ließen nicht sel­ten von der Klei­dung der Ar­beit­neh­mer auf die Kom­pe­tenzen des Ar­beit­ge­bers. „Klei­dung, die zum Fir­men­i­m­age passt, war früher nur für sehr große Un­terneh­men von In­teresse; nach und nach hat sie sich aber auch in vielen klei­nen Be­trieben etabliert. Das gilt so­wohl hin­sichtlich der Far­ben als auch der Aus­rich­tung – so zeigt ein Team Zuge­hörigkeit und Kom­pe­ten­z“, sagt Dr. An­dreas Marek, Geschäfts­führ­er des Wirtschaftsver­ban­des Tex­til Ser­vice – Wir­tex e.V.

Schutz hat ober­ste Pri­or­ität


Grund­sät­zlich wird zwischen der nor­malen Berufs­bek­lei­dung in den typischen Büro-Tätigkeit­en, die lediglich im­pl­iziten Dress­codes der jew­eili­gen Branche ent­sprechen muss, und der Schutzk­lei­dung un­ter­schie­den, die bei ge­fähr­lichen Tätigkeit­en (et­wa in In­dus­trie, Hand­w­erk oder Medizin) ge­tra­gen wird. Mod­erne Schutzk­lei­dung – die so­ge­nan­nte per­sön­liche Schutzaus­rüs­tung (PSA) – schützt nicht nur die Ge­sund­heit ihr­er Träger, son­dern kann im Zweifels­fall so­gar Leben ret­ten und muss da­her klar definierte ge­set­zliche An­forderun­gen er­füllen. „Heute ent­spricht Beruf­sk­lei­dung ein­er hoch en­twick­el­ten High­tech-Klei­dung. Für na­hezu je­den Ein­sat­zort und jede Tätigkeit gibt es ein spezielles Out­fit, das die Ar­beitsschritte un­ter­stützt“, erk­lärt Dr. An­dreas Marek. Eine Be­r­a­tung vom Fach­mann bei der Auswahl der richti­gen Bek­lei­dung ist da­her für Un­terneh­men un­verzicht­bar. „Ge­nau­so wichtig ist es aber, Schutzk­lei­dung während ihr­er ganzen Lebens­dauer voll funk­tions­fähig und in­takt zu hal­ten, damit sie den Ar­beit­neh­mer auch wirk­lich schützt und ihn nicht in trügerisch­er Sicher­heit wiegt. Das lässt sich nicht in der häus­lichen Wasch­mas­chine oder im Neben­raum eines Be­triebs be­wälti­gen“, mah­nt der Wir­tex-Geschäfts­führ­er. Un­terneh­men soll­ten de­shalb unbe­d­ingt beacht­en, dass lediglich die fachgerecht gepflegte und voll funk­tions­fähige Schutzk­lei­dung dauer­haft ge­set­zliche Vor­gaben er­füllt. Schad­hafte oder stark ab­genutzte Klei­dung gewähr­leis­tet hinge­gen nicht aus­reichend die Sicher­heit des Ar­beit­neh­mers. Im Scha­dens­fall hat der Ar­beit­ge­ber die Ve­r­ant­wor­tung für eine nur un­zureichend in­s­tand ge­hal­tene PSA zu tra­gen. Wenn sich et­wa ein Mi­tar­beit­er auf­grund man­gel­hafter Schutz­maß­nah­men ver­let­zt oder erkrankt, ist der Ar­beit­ge­ber scha­denser­satzpflichtig.

Mi­et­ser­vice als Al­ter­na­tive

Arbeitskleidung muss gesetzlichen Vorschriften für Hygiene und Sicherheit entsprechen
Ar­beit­sk­lei­dung muss ge­set­zlichen Vorschriften für Hy­giene und Sicher­heit ent­sprechen


Für die Reini­gung von Beruf­sk­lei­dung und insbe­son­dere von Schutzk­lei­dung emp­fiehlt es sich, lediglich pro­fes­sionelle Wäschereien, die über eine ent­sprechende Zer­ti­fizierung ver­fü­gen, mit der fachgerecht­en Auf­bere­i­tung der Tex­tilien zu beauf­tra­gen. So wird ver­mie­den, dass durch falsche Wasch­meth­o­d­en Schä­den an den Klei­dungsstück­en ent­ste­hen. Davon pro­f­i­tieren let­ztlich auch die Mi­tar­beit­er: Da sie die Beruf­sk­lei­dung nicht selbst waschen müssen, sparen sie Zeit und Geld. In­sofern kann die Bere­it­stel­lung von guter Beruf­sk­lei­dung auch ein Ar­gu­ment der Mi­tar­beit­ergewin­nung sein – ger­ade in Branchen, in de­nen große Per­so­n­alk­nap­pheit herrscht.
Als Al­ter­na­tive zu ei­ge­nen Tex­tilien und um das Un­terneh­men dies­bezüglich zu ent­las­ten, kann Berufs­bek­lei­dung natür­lich auch gemi­etet wer­den. Tex­tilser­vice-Part­n­er en­twick­eln und lie­fern die Ware, küm­mern sich aber meist auch um die normkon­forme Reini­gung und In­s­tand­set­zung der Klei­dungsstücke. „Der Markt für Beruf­sk­lei­dung im Mi­et­ser­vice wächst stetig“, weiß Dr. An­dreas Marek. So kon­nte die Tex­til-Ser­vice-Branche im Jahr 2015 ins­ge­samt ei­nen Um­satz von rund 3,33 Mil­liar­den Eu­ro erzielen – das sind 2,6 Prozent mehr als im Vor­jahr. Die Gründe für die Kun­den, ei­nen Ser­vice-An­bi­eter zu beauf­tra­gen, seien recht un­ter­schiedlich: „Zum ei­nen zählt die Ein­heitlichkeit im Zuge eines Cor­po­rate De­signs, zum an­deren bi­eten Mi­et­ser­vice-An­bi­eter ihren Kun­den Beruf­sk­lei­dung, die allen ge­set­zlichen Vorschriften für Hy­giene und Sicher­heit ent­spricht – und das über die ge­samte Laufzeit der Nutzung, nicht nur beim Kauf“, so Dr. Marek weit­er. Die Kosten lassen sich auch bei der gemi­eteten Klei­dung schon im Vor­feld sehr gut kalkulieren und über die Nutzungs­dauer verteilen.

Branchen­spez­i­fische An­forderun­gen


Bei Schutzaus­rüs­tung ist generell eine vo­raus­ge­hende Ge­fähr­dungs­a­nal­yse durchzuführen, an­hand der­er die Klasse der Schutzk­lei­dung er­mit­telt wird. Die darüber hi­naus­ge­hen­den An­forderun­gen an die Tex­tilien sind sehr branchen­spez­i­fisch. So eignet sich beispiel­sweise für Mi­tar­beit­er, die haupt­säch­lich im Freien tätig sind, eine gut sicht­bare Klei­dung, die gleichzeitig vor sch­lecht­en Wet­terbe­din­gun­gen schützt. Bei Hand­w­erk­ern muss sie vor allem ro­bust und be­son­ders er­gonomisch sein. Es sollte außer­dem da­rauf geachtet wer­den, dass aus­reichend Taschen für Ar­beitsw­erkzeug vorhan­den sind. Bei Busi­ness-Klei­dung im Ver­trieb oder im Ser­vice-Bereich ist auch der Kun­denkreis, den der Mi­tar­beit­er be­di­ent, ein Entschei­dungskri­teri­um. Um die per­fekte Klei­dung für den jew­eili­gen Be­trieb zu fin­d­en, sollte der Kunde zunächst ein Be­r­a­tungs­ge­spräch mit potenziellen An­bi­etern vere­in­baren, bei dem der auszus­tat­tende Trägerkreis und seine Tätigkeit­en bes­timmt wer­den. Ist die Kollek­tion aus­ge­sucht, fol­gen be­gleit­ete An­proben mit den Angestell­ten. Dank ein­er in­di­vi­du­ell auf das jew­eilige Un­terneh­men zugesch­nit­te­nen Klei­dung kön­nen die Mi­tar­beit­er dann als Team auftreten. Ist das passende Mod­ell gewählt, lie­fert der An­bi­eter die Tex­tilien für den einzel­nen Träger im Un­terneh­men. Sin­n­voll ist es, die Klei­dungsstücke für je­den Mi­tar­beit­er in mehr­fach­er Aus­führung zu or­dern. Sch­ließlich kön­nen die Teile nicht zum Ein­satz kom­men, wenn sie ge­waschen wer­den.

Ca­su­al-Busi­ness-Look im Trend

Dr. Andreas Marek, Geschäftsführer des Wirtschaftsverbandes Textil Service – Wirtex e.V. (Foto: WIRTEX)
Dr. An­dreas Marek, Geschäfts­führ­er des Wirtschaftsver­ban­des Tex­til Ser­vice – Wir­tex e.V. (Fo­to: WIR­TEX)

Ob­gleich die Schutz­funk­tion der Beruf­sk­lei­dung und somit die Sicher­heit ihres Trägers ober­ste Pri­or­ität hat, spielen natür­lich auch modische As­pekte eine Rolle. „Die Beruf­sk­lei­dung schreibt eine tex­tile Er­fol­gs­geschichte. Sie beste­ht seit Jahrhun­derten, in­spiri­ert Mode und wird von ihr in­spiri­ert“, erk­lärt Dr. An­dreas Marek. Pa­rade­beispiele wie die Car­go­hose seien heute in zahl­reichen Klei­der­schränken zu fin­d­en. „Die De­sign­er mod­ern­er Beruf­sk­lei­dung hinge­gen ver­wen­den dezente An­lei­hen aus der aktuellen Mode. So stam­men be­son­ders leichte und at­mungsak­tive Gewebe häu­fig aus dem Sport­bereich.“ Auch wenn der On­line-Han­del mit be­que­men Einkaufs­möglichkeit­en lockt, emp­fiehlt es sich insbe­son­dere für re­gio­n­al ve­r­ank­erte Be­triebe, sich an ei­nen An­bi­eter in der Nähe zu wen­den. Denn der un­mit­tel­bare Kon­takt mit dem Lie­fer­an­ten oder Di­en­stleis­ter und kurze Wege sind wichtige Vo­raus­set­zun­gen für eine gute Geschäfts­bezie­hung. Er­hältlich sind auch „All­round“-Kollek­tio­nen, die mit speziellen Sch­nit­ten und Far­bkom­bi­na­tio­nen gleich in mehr­eren Hand­w­erks­berufen oder der In­dus­trie einge­set­zt wer­den kön­nen. „Wir machen auch sehr gute Er­fahrun­gen mit dem so­ge­nan­n­ten ‚Ca­su­al-Busi­ness-Look’, al­so Hemd und Anzug­jacke kom­biniert mit ein­er gut gepflegten Jeans oder ein Fein­strick­pullover zu Bluse und Rock“, berichtet Wir­tex-Präsi­dent Klaus Jür­gen Ger­dum. In Branchen wie der Gas­tronomie oder der Hotel­lerie setzen viele Un­terneh­men auf pflegeleichte Stoffe, damit die Klei­dungsstücke auch nach mehr­fachem Waschen ei­nen hoch­w­erti­gen Ein­druck hin­ter­lassen. Wer auf ro­buste Ma­te­rialien set­zt, spart auf lange Sicht Geld und han­delt nach­haltig. Miri­am Leschke | re­dak­tion@re­vi­er-ma­n­ag­er.de

Ausgabe 05/2017



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