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3D-Druck im Fokus

Unternehmen der wir4-Region profitieren vom neuen 3D-Kompetenzzentrum an der Hochschule Rhein-Waal in Kamp-Lintfort.

Bild oben: NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (r.) bei der Eröffnung des 3D-Kompetenzzentrums Niederrhein im FabLab mit einem Stuhl aus dem 3D-Drucker. Mit von der Partie waren auch Prof. Dr. Oliver Koch, Vizepräsident Forschung & Transfer, Hochschule Ruhr West, Dr. Henrik Hahn, Leiter Digitalisierungsstrategie Evonik Industries AG, Jörn Kiwitt, Digital Strategist Evonik Industries AG, Dr. Heide Naderer, Präsidentin Hochschule Rhein-Waal, Prof. Michael Schäfer, Hochschule Ruhr West, und Dr. René Schneider, MdL NRW, (v. l.) (Foto: Hochschule Rhein-Waal, Christian Spieß)
Vom Kfz-Er­satzteil über Zah­n­er­satz bis hin zum voll funk­tions­fähi­gen Haus: Mithilfe von ad­di­tiv­en Fer­ti­gungsver­fahren lassen sich die ver­schie­den­sten Ge­gen­stände sch­nell und un­kom­pl­iziert her­stellen. Aus die­sem Grund rückt die in­no­va­tive Tech­nolo­gie zuneh­mend in den Fokus mit­tel­ständisch­er Un­terneh­men. Ad­di­tive Fer­ti­gung heißt, dass auf der Ba­sis von dig­i­tal­en 3D-Kon­struk­tions­dat­en durch das Ablagern von Ma­te­rial schichtweise ein Bauteil aufge­baut wird – kurz ge­sagt: Es wird dreidi­men­sio­n­al ge­druckt. Ex­perten sind sich einig, dass der 3D-Druck kon­ven­tionelle Fer­ti­gungsver­fahren in na­her Zukunft ergänzen oder er­weit­ern und die Pro­duk­tions­abläufe in zahl­reichen Branchen rev­o­lu­tionieren wird. Mit dem Ziel, den 3D-Druck in ihrem Stu­di­e­nange­bot zu in­te­gri­eren und Un­terneh­men in der Re­gion auf die vielfälti­gen Möglichkeit­en des Ver­fahrens aufmerk­sam zu machen, haben die drei Hoch­schulen Rhein-Waal, Ruhr West und RWTH Aachen so­ge­nan­nte Fa­bLabs re­al­isiert. Dabei han­delt es sich um of­fene High­tech-Werk­stät­ten, die ihren Ur­sprung am renom­mierten Mas­sachusetts In­sti­tute of Tech­nol­o­gy (MIT) in Cam­bridge haben. Sie er­möglichen Stu­den­ten, Schülern, Bürg­ern und Un­terneh­men in der Re­gion den Zu­gang zu mod­er­nen Tech­nolo­gien der dig­i­tal­en Fab­rika­tion. Im größten nor­drhein-west­fälischen Fa­bLab an der Hoch­schule Rhein-Waal fin­d­en Be­such­er u. a. ver­schie­dene 3D-Druck­er, 3D-Scan­n­er, Gra­fiktablets, eine CNC-Fräse, Laser­cut­ter, Sty­ro­por­cut­ter, Rol­len­plot­ter, Prox­x­on-Mi­cro­maschi­nen und Tem­peröfen, aber auch kon­ven­tionelle Maschi­nen zur Holz-, Me­t­all- und Kun­st­stof­fverar­bei­tung. Ge­mein­sam mit der wir4-Wirtschafts­förderung, der IHK Nied­er­rhein, der En­twick­lungsA­gen­tur Wirtschaft Kreis We­sel (EAW) und der Re­gio­n­ala­gen­tur Nied­er­rhein bi­etet die Hoch­schule zu­dem eine Rei­he von un­ter­schiedlichen In­for­ma­tions- und Weiter­bil­dungsver­an­s­tal­tun­gen in Form von Sem­inaren, Kon­ferenzen, Events, Werk­s­tatt­führun­gen, Wett­be­wer­ben und Schu­lun­gen für die re­gio­nale Wirtschaft rund um das The­ma 3D-Druck an.

Knoten­punkt eröffnet

NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (r.) bei der Eröffnung des 3D-Kompetenzzentrums Niederrhein im FabLab mit einem Stuhl aus dem 3D-Drucker. Mit von der Partie waren auch Prof. Dr. Oliver Koch, Vizepräsident Forschung & Transfer, Hochschule Ruhr West, Dr. Henrik Hahn, Leiter Digitalisierungsstrategie Evonik Industries AG, Jörn Kiwitt, Digital Strategist Evonik Industries AG, Dr. Heide Naderer, Präsidentin Hochschule Rhein-Waal, Prof. Michael Schäfer, Hochschule Ruhr West, und Dr. René Schneider, MdL NRW, (v. l.) (Foto: Hochschule Rhein-Waal, Christian Spieß)
NRW-Wirtschafts­min­is­ter Gar­relt Duin (r.) bei der Eröff­nung des 3D-Kom­pe­tenzzen­trums Nied­er­rhein im Fa­bLab mit einem Stuhl aus dem 3D-Druck­er. Mit von der Par­tie waren auch Prof. Dr. Oliv­er Koch, Vizepräsi­dent Forschung & Trans­fer, Hoch­schule Ruhr West, Dr. Hen­rik Hahn, Leit­er Dig­i­tal­isierungss­trate­gie Evonik In­dus­tries AG, Jörn Ki­witt, Dig­i­tal Strate­gist Evonik In­dus­tries AG, Dr. Heide Nader­er, Präsi­dentin Hoch­schule Rhein-Waal, Prof. Michael Schäfer, Hoch­schule Ruhr West, und Dr. René Sch­nei­der, MdL NRW, (v. l.) (Fo­to: Hoch­schule Rhein-Waal, Chris­tian Spieß)
Mit der Eröff­nung des 3D-Kom­pe­tenzzen­trums Nied­er­rhein im Fe­bruar ist es nun gelun­gen, ei­nen Knoten­punkt für alle bere­its in der Re­gion vorhan­de­nen Ini­tia­tiv­en zu schaf­fen, der die Pro­duk­tions­möglichkeit­en der
Fa­bLabs nutzt, um Bil­dungsange­bote für Hand­w­erk und In­dus­trie zu schaf­fen. „Ziel ist es, den In­no­va­tions-, Wis­sens- und Tech­nolo­gi­e­trans­fer zwischen Forschung und Wirtschaft weit­er vo­ranzutreiben“, sagt Dr. Martin Krey­mann, Leit­er des 3D-Kom­pe­tenzzen­trums. „Ein­er­seits möcht­en wir die Möglichkeit­en der dig­i­tal­en Fer­ti­gung durch die Fa­bLabs in möglichst vielen Stu­di­engän­gen, in Lehr­plä­nen der all­ge­mein­bil­den­den Schulen und nach Möglichkeit auch in der beru­flichen Bil­dung ve­r­ank­ern; an­der­er­seits wollen wir als Be­r­a­tungsstelle für Un­terneh­men fungieren und die­sen Be­trieben In­for­ma­tions- und Weiter­bil­dungsange­bote bi­eten. Ad­di­tive Fer­ti­gungsver­fahren sollen so in das Be­wusst­sein von Kon­struk­teuren und Pro­duk­tion­s­plan­ern rück­en.“ Die Lan­des­regierung und die EU fördern das Ko­op­er­a­tion­spro­jekt der Hoch­schule Rhein-Waal und der Part­n­er­hoch­schule Ruhr West sowie der RWTH Aachen mit 3,3 Mil­lio­nen Eu­ro. Damit ist es das größte Pro­jekt im Rah­men des Aufrufs Re­gio.NRW. Rund 150 ge­la­dene Gäste macht­en sich bei der of­fiziellen Eröff­nungsver­an­s­tal­tung im Fe­bruar in Kamp-Lint­fort ein Bild vom Konzept der neuen Ein­rich­tung, darun­ter auch Nor­drhein-West­falens Wirtschafts­min­is­ter Gar­relt Duin, der in seinem Gruß­wort das prax­is­na­he Aus­bil­dungskonzept der Fa­bLabs lobte. Be­son­ders großer Wert wurde bei der En­twick­lung des 3D-Kom­pe­tenzzen­trums auf ein stan­dortüber­greifen­des Konzept gelegt, das den re­gen Aus­tausch der Beteiligten sich­er­stellt und die Zusam­me­nar­beit über Stan­dorte hin­weg festigt.

Gewinn für Un­terneh­men

Brigitte Jansen, wir4, Prof. Karsten Nebe, Hochschule Rhein-Waal, Elke Wimmer, Lineg, Andreas Kaudelka, Stadtwerke Kamp-Lintfort, Johannes Hümbs, Sparkasse Duisburg, und Wolfgang Labudda, Wellings Parkhotel, (v. l.), unterstützen das MakerLab für Kinder und Jugendliche (Foto: Hochschule Rhein-Waal, Christian Spieß)
Brigitte Jansen, wir4, Prof. Karsten Nebe, Hoch­schule Rhein-Waal, Elke Wim­mer, Lineg, An­dreas Kaudel­ka, Stadtw­erke Kamp-Lint­fort, Jo­hannes Hümbs, Sparkasse Duis­burg, und Wolf­gang Labud­da, Wellings Parkho­tel, (v. l.), un­ter­stützen das Mak­er­Lab für Kin­der und Ju­gendliche (Fo­to: Hoch­schule Rhein-Waal, Chris­tian Spieß)

Ein wichtiges Ziel des Pro­jekts kon­nte übri­gens bere­its in die Tat umge­set­zt wer­den: Seit Jan­uar fin­d­et im Fa­bLab Kamp-Lint­fort er­st­mals die so­ge­nan­nte Fab Acade­my statt. Das fünf­mo­natige Aus­bil­dungspro­gramm, das eben­falls am Mas­sachusetts In­sti­tute of Tech­nol­o­gy (MIT) in den USA en­twick­elt wurde, bein­hal­tet die Ver­mittlung aller zen­tralen Fertigkeit­en, die man für die Her­stel­lung ei­gen­er Pro­to­typen benötigt. Doch auch an die jün­geren Tüftler wird ge­dacht: Denn das Fa­bLab ist ein wichtiges Pro­jekt der Ini­tia­tive „zdi Zukunft durch In­no­va­tion“. Das zdi-Zen­trum führt Kin­der ab dem Kin­der­gartenal­ter und Ju­gendliche an die so­ge­nan­n­ten MINT-Berufe (Mathe­matik, In­for­matik, Na­tur­wis­sen­schaft und Tech­nik) her­an und will Begeis­terung dafür weck­en. Die Grün­dung des zdi an der Hoch­schule Rhein-Waal in Kamp-Lint­fort er­fol­gte 2010 auf Ini­tia­tive der wir4 Wirtschafts­förderung AöR. Die wir4 hat u. a. zum Ziel, Wirtschaft und Wis­sen­schaft in der wir4-Wirtschaft­s­re­gion (Mo­ers, Kamp-Lint­fort, Neukirchen-Vluyn und Rhein­berg) zu ver­netzen. Die neu geschaf­fene Po­si­tion der In­no­va­tions- und Net­zw­erk­ma­n­agerin bei der wir4 wird zukünftig eine in­ten­si­vere Zusam­me­nar­beit zwischen den Un­terneh­men und der Hoch­schule Rhein-Waal er­möglichen, um z. B. auch Hil­festel­lung bei speziellen, et­wa tech­nol­o­gischen, Fragestel­lun­gen an­bi­eten zu kön­nen. Denn un­ter den in der wir4-Re­gion an­säs­si­gen vornehm­lich klei­nen und mit­tel­ständischen Un­terneh­men befin­d­en sich viele spezial­isierte und hochtech­nol­o­gische Fir­men, die im Zei­tal­ter der Dig­i­tal­isierung und „In­dus­trie und Wirtschaft 4.0“ vor enor­men Her­aus­forderun­gen ste­hen. Die Nähe zur Hoch­schule mit den ent­sprechen­den Ange­boten ist hi­er von entschei­den­der Be­deu­tung. Un­terneh­men kön­nen beispiel­sweise ihre in­no­va­tiv­en Ideen im Fa­bLab re­al­isieren oder bei Mach­barkeitss­tu­di­en und Pro­jek­ten auf Un­ter­stützung durch die Hoch­schule zählen. Die Ak­tiv­itäten der wir4 rund um das The­ma Hoch­schule um­fassen außer­dem die Or­gan­i­sa­tion der Aus­bil­dungsmesse con­nect-me, die Or­gan­si­a­tion von Fach­ta­gun­gen und Ve­r­an­s­tal­tun­gen, die Geschäfts­führung des Fördervereins Cam­pus Camp-Lint­fort, Stu­den­ten­pro­jekte und vie­les mehr. Zu­dem wer­den tech­nol­o­gische Trends und The­men in­for­ma­tiv, aber auch prax­is­nah in die Un­terneh­men tran­s­portiert.

Kontakt

Kontaktdaten
wir4 - Wirtschaftsförderung für Moers, Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn und Rheinberg AöR
Genender Platz 1 · 47445 Moers
Telefon: 02841/999969-0· Telefax: 02841/999969-69
info@wir4.net  · www.wir4.net

Ausgabe 05/2017



WEITERE INHALTE

Dr. Martin Kreymann, Leiter des 3D-Kompetenzzentrums (Foto: Hochschule Rhein-Waal)
Dr. Martin Kreymann, Leiter des 3D-Kompetenzzentrums (Foto: Hochschule Rhein-Waal)
Im FabLab können auch Lebensmittel gedruckt werden. 
Mitarbeiterin Adriana Cabrera demonstriert die Möglichkeiten (Foto: Hochschule Rhein-Waal, Christian Spieß)
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